Fragen statt Antworten: Leitfragen für offene Lernphasen
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Eine der größten Hürden, wenn es um das Öffnen des Unterrichts geht?
Dass uns Lehrkräften immer eingetrichtert wurde, dass wir die Lösung parat haben müssen. Und zwar sofort.
Das hat etwas mit unserem Rollenverständnis zu tun: Denn schließlich sind wir doch genau dafür da, oder nicht? Wir wollen unseren Schüler:innen ja beim Lernen helfen!
Ja, das wollen wir. Dazu gehört aber auch, den Schüler:innen die Möglichkeit zu geben, erst einmal selbst auf eine Lösung zu kommen. Und das geht nicht, wenn wir ihnen diesen Denkprozess immer sofort abnehmen.
Was bedeutet das also für dich?
Anstatt wie gewohnt bei jedem Problem mit der passenden Lösung zur Stelle zu sein, probierst du es stattdessen mit einer Frage. Das war's.
Und damit du jederzeit die passende Frage griffbereit hast, bekommst du von mir einen kleinen, übersichtlichen Fragen-Guide an die Hand.
Die Leitfragen sind nach folgenden Situationen geordnet:
- Wenn Schüler:innen nicht ins Arbeiten kommen
- Wenn Schüler:innen den Überblick verloren haben
- Wenn Schüler:innen frustriert sind
- Wenn Schüler:innen unmotiviert wirken
- Wenn Gruppen nicht (gut) zusammenarbeiten
- Wenn Schüler:innen unsicher sind, ob sie "richtig" arbeiten
Drucke dir die Übersicht einfach aus und nimm dir vor, in jeder Unterrichtsstunde mindestens eine Frage zu verwenden.
Wenn also beim nächsten Mal diese eine Gruppe schon wieder über das letzte Wochenende quatscht, anstatt konzentriert an ihren Aufgaben zu arbeiten, ...
-
... atme erst einmal durch ...
-
... widerstehe dem Impuls, sofort hinzugehen und sie wie gewohnt anzutreiben ...
-
... zücke dann deine Leitfragen und frage sie:
"Was braucht ihr gerade, um loslegen zu können?"
Und schau, was passiert.
Es ist total ok, wenn sich das erst einmal komisch anfühlt.
Durch Übung und Wiederholung wirst du deinen Weg finden, wie du dabei dennoch authentisch bleiben kannst.
Und jetzt auf in den ersten Schritt Richtung Lernbegleitung!